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Autor Thema: Hasbro, WotC und warum sich gerade die Zukunft des Hobbys ändert  (Gelesen 953 mal)

Zauberlehrling

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Achtung - das wird lang, aber das muss sein, sonst versteht man es nicht.

Hallo,
normalerweise hätte wohl Greifenklaue irgendetwas in diese Richtung geschrieben, nun übernehme ich diese Rolle. In der letzten Zeit (also in den letzten 2 Wochen) hat sich gerade im "Dungeons & Dragons" Universum sehr viel getan, und das ist noch untertrieben. Hasbro/WotC (DnD, Magic) wollten offensichtlich im Hintergrund das Fundament der (englischen) Rollenspielwelt so mal nebenbei nicht nur verändern, sondern zerstören. Und warum? Wegen Geld. Aber lasst mich von vorne beginnen.

Akt 1 (DnD2):
Am Beginn der 90er Jahre war TSR (damals Besitzer von DnD) vor allem damit beschäftigt andere Firmen zu verklagen - wegen angeblicher oder echter Copyright-Verstöße. Dadurch, dass sie die "Größten" waren und somit die Leute mit Klagen einschüchtern konnten hat das viele Ressourcen gebündelt und "Rollenspiel" an sich gab man wenig Zukunft. Das kam nicht gut an und hielt die Branche natürlich auf Trab (TSR wurde scherzhalber auch "They sue regularly" übersetzt). Da sich TSR aber vor allem aufs Klagen konzentrierte sank ihre Qualität, damit die Einnahmen usw. Sie waren vor dem Bankrott.

Akt 2 (DnD3):
Als Wizards of the Coast DnD übernahm sah es für die Marke übel aus. Aber man setzte auf neue Leute (u.a. Ryan Dancey, sh. Link unten), die folgendes taten (was eine Revolution darstellte): WotC (und einige andere) einigten sich auf eine so genannte Open Gaming License - die folgendes regelte: Welche Teile dürfen von einem System von anderen übernommen werden, welche stehen unter Copyright. Das war eine Revolution, niemand musste mehr extra Lizenzen verhandeln usw. Gleichzeitig brachte WotC DnD V3 unter dieser OGL heraus und ein erster Boom entstand. 3rd-Party-Producer konnten Produkte für DnD produzieren, die WotC nie gemacht hätte und so das ganze Ökosystem immer wieder erneuern. Gleichzeitig waren sie vor Klagen sicher - denn nichts anderes als ein Versprechen niemanden zu klagen, der sich an die Lizenz hielt war die OGL.
Selbst Systeme die mit DnD gar nichts zu tun hatten wurden unter die OGL gestellt - einfach weils ne wirklich feine Sache ist.

BTW: Die OGL ist 900 Wörter lang und selbst mit mittelmäßigen Englisch-Kenntnissen zu verstehen. Man muss kein Jurist sein. Die momentan immer noch gültige Version (1.0a) gilt seit mittlerweile 23(!) Jahren.

Akt 3 (DnD4):
WotC schien allerdings zu denken, dass sie Geld auf der Straße liegen lassen - und stellten deswegen ihr neues System (DnD4) unter eine restriktivere Lizenz. Sehr viel restriktiver. So restriktiv, dass niemand dafür produzieren wollte. Das war das erste Problem. Das zweite: DnD4 war damals für eine virtuelle Umgebung konzipiert, die niemals rauskam (u.a. wegen einem sehr persönlichen Drama um den Chefentwickler, aber das führt zu weit). Und DnD4 war deswegen so "anders" als DnD bisher, dass es in der Spielerschaft abgelehnt wurde (dabei ists angeblich kein schlechtes Spiel). WotC hat einen Fehler gemacht - und es wurde immer klarer.

Akt 4 (Pathfinder)
Hier kommt nun erstmals ein neuer Name ins Spiel. Paizo. Paizo war zu der Zeit von DnD3/4 ein etablierter 3rd-Party-Hersteller, der alle möglichen Produkte für DnD machte. Man kannte den Namen. Und Paizo war mit DnD4 nicht zufrieden - denn man merkte man soll ausgeschlossen werden. Und was tat Paizo? Irgendjemand (gedeckt von Juristen) meinte: Gebt (uns und) den Spielern doch was sie wollen - gebt ihnen DnD3plus.
Gesagt getan. Gedeckt durch die OGL machte Paizo eine "neue" Version von DnD3 - besser - und vor allem weiterhin kompatibel mit allem was es für DnD3 so gab und was weiter rauskommen sollte. Pathfinder war geboren! (Wichtig zu wissen: Spielmechaniken sind nicht schützbar - nur Inhalte, Fluff, Namen usw.). Und Pathfinder wurde erfolgreich. So erfolgreich, dass sie eine Zeit lang mehr verkauften als WotC/DnD. WotC hatte durch Unvermögen und etwas Pech seinen größten Konkurrenten geschaffen.

Akt 5 (DnD5)
WotC merkte irgendwann, dass es so nicht weitergehen konnte und tat das richtige in der Situation. Es entwickelte eine neue Version von DnD (DnD5, 5e) und stellte diese (wieder) unter OGL. Und es wiederholte sich, was bei DnD3 passiert war - das Ökosystem wuchs und florierte. Allerdings hatte sich die Welt geändert. Internet, Crowdfunding, Streaming und VTT (Virtual TableTops) waren plötzlich ein Ding. Es gab plötzlich nicht nur "Buchverlage" die mit Büchern/Pdfs Geld verdienen sondern viel mehr: Streamer die Spiele streamen oder Tipps geben (u.a. Critical Role, Matt Colville,...), Anbieter von Sachen auf Etsy (Spielleiterschirme,..), Kickstarter, Patreons für Digitale Assets (Karten, Tokens,...), Influencer und Streamer und am wichtigsten: Virtuelle Tabletops - viele - und keiner gehört WotC. Sie alle verdienen mit DnD Geld, das WotC nicht verdient. Dass sie indirekt DnD so unterstützen und promoten - das sieht in der Managementebene eines großen Konzerns niemand, dort sieht man nur das Geld. Ja - es gibt inzwischen sogar Streamer, die eine Fernsehserie an Amazon verkaufen - basierend auf einem DnD Spiel (dass Critical Role zuerst Pathfinder spielten ist egal und wird wieder von den Managern ignoriert).

Seitennotiz: In dieser Zeit kam kam bei Hasbro auch jemand drauf: Wir sollten mal schauen womit wir wirklich Geld verdienen - und zur Überraschung aller war es nicht GI Joe oder Monopoly - es stellte sich raus, dass WotC (Magic, DnD) teilweise 65-70% des Umsatzes brachte. Das rief noch mehr Manager auf den Plan: Wie kann man DnD zu (noch mehr) Geld machen? Irgendwann letztes Jahr hieß es DnD sei "under monetized", also wollte man aus der "Brand" noch mehr rausquetschen - aber nicht mit Figuren/Puppen/Merchandise (was bei HASBRO aufgelegt wäre) - nein, es sollte Geld gescheffelt werden mit minimalem Aufwand...

Akt 6 (DnD6/oneDnD)
In den Besprechungsräumen muss es heiß hergegangen sein - die Hauptfrage: Wie kriegen wir noch mehr Geld - und das einfach und schnell. Und es wurde (offenbar) ein Stufenplan erstellt (alles basierend auf dem Online-DnD-Boom der Jahre 2019/20/21 - das der was mit Corona zu tun hat - EGAL!).

Das Gespräch lief vielleicht so
1) Eine neue Version muss her, denn:
2) Diese Version darf nicht unter OGL stehen (zumindest nicht unter der aktuellen - die ist böse und hat Pathfinder erlaubt).
3) Man darf niemanden verschrecken, deswegen sagen wir: Version 6 ist kompatibel mit Version 5 - nicht nur weil sonst niemand mehr Sachen für 5 kauft und abwartet - nein, aus einem sehr viel teuflischeren Grund. Wenn man nämlich sagen kann: Version 6 ist 100% kompatibel mit 5 nur besser - dann kann man 3rd-Party-Publishern (die eigentlich einfach weiter für 5 produzieren hätten können wie sie es auch damals mit 3 gemacht haben) verbieten das zu tun - denn 6 steht ja unter einer neuen Lizenz. Man wollte die anderen dazu bringen die "böse" OGL (V1.0as) für die "neue, bessere - vor allem für Hasbro" (V1.1) aufzugeben. Das ist alles eigentlich noch nicht verwerflich und normale Praxis! Normalerweise würde man Version6 einfach so gut machen, dass alle freiwillig wechseln - aber das scheint nicht genug zu sein.
4) Außerdem wollte man das "Modell Pathfinder" verhindern - denn natürlich wäre mit DnD5 das selbe möglich gewesen wie bei DnD3 - es war ja die selbe Lizenz!

Als erster Schritt wurde eine große Plattform die digital Bücher verkauft und sowas wie Charakter-Builder anbietet (DnDbeyond) wurde gekauft - das sollte Basis des virtuellen Marktplatzes und VTTs werden - ein OneStopShop für Rollenspiel quasi.

Zwischenspiel - Was soll das mit der neuen Version einer Lizenz
Wichtig zu wissen ist, dass die "alte" Version (1.0a) vor 23 Jahren rauskam und erlaubte gewisse Teile eines Rollenspiels "öffentlich" zu machen - ohne die Rechte an anderen Sachen aufzugeben. Und das alles ohne Lizenzkosten (solange man sich an die "erlaubten" Sachen hielt). Dabei ist festzuhalten, dass die Autoren diese Lizenz "für immer" gedacht haben. Es gibt zwar Regeln neue Lizenzen auf Basis dieser zu erstellen - aber keine Regeln um alte Lizenzen ungültig zu erklären. Ist ein Werk so lizensiert, dann bleibt es das. Will ich ein Werk unter irgendeiner, irgendwann autorisierten Lizenz (auch der Version 1.0 statt 1.0a) veröffentlichen - dann darf ich das. Bis in alle Ewigkeit. Wie gesagt: 1.0a besteht seit 23 Jahren - seit damals hat niemand versucht was zu ändern (weder inhaltlich oder gerichtlich oder irgendwie) - alle schienen glücklich.

Was sollte nun anders werden (die Hauptpunkte):
- 0) WotC nennt es weiter  "Open Gaming License" - wohl damit man nicht merkt wie restriktiv sie ist. Sie hat nun auch 9000 Wörter statt 900 - dann liest keiner so genau.
- 1) WotC wollte von "großen" 3rd-Party-Publishern plötzlich 25% ihres Einkommens mit allem was in Zusammenhang mit DnD steht (auch von Kickstarter-Projekten)
- 2) WotC wollte das einseitige Recht die Lizenz innerhalb von 30 Tagen zu ändern wie sie wollen (also z.B. aus 25% plötzlich 30 machen oder egal was)
- 3) WotC wollte das Recht, dass man ALLES was 3PP unter der Lizenz rausbringen einfach nehmen kann - und selber rausbringen. Ohne Kompensation, ohne Fragen einfach so. Man würde ein Buch also einmal rausbringen - daran verdienen (davon 25% abdrücken) und dann würde es WotC "gehören".

-> All das wäre noch nicht so schlimm wie es klingt (obwohl es wirklich schlimm klingt), aber es zwingt einen ja niemand so nen Scheiß zu unterschreiben und zu akzeptieren. Verlangen kann man alles. Manche Sachen (zB was zu zahlen) sind ja auch durchaus verhandelbar. Aber der letzte Punkt war dann der wahre Knackpunkt:

- 4) WotC wollte alle alten OGLs als "nicht autorisiert" erklären - also quasi rückwirkend ungültig machen (was laut sehr vielen Meinungen einfach nicht geht) um alle zu zwingen zuzustimmen. Als Grund wird angegeben: Die OGL wird für Sachen verwendet, für die sie nicht gedacht war - wie Plattformen, SPiele usw. (Was nicht stimmt - es gab sogar mal ein Offizielles Online FAQ von WotC - das überraschend nicht mehr online ist. Was für ein Glück, dass das Internet nicht vergisst  ;D).

Und das alles zusammen ist eine Kriegerklärung an die eigenen Partner.

Akt 7: Die Kobolde wehen mit der schwarzen Flagge und Paizo ruft den ORC
Die geänderte Lizenz wurde kurz vor Weihnachten mit entsprechenden Knebelverträgen an "Partner" versandt. Eigentlich hätte sie am 4.1.2023 in Kraft treten sollen - bzw. heute. Man dachte man kann mit seiner Marktmacht die anderen "zwingen" und die Öffentlichkeit vor vollendete Tatsachen stellen.

Aber es haben sich die Ereignisse überschlagen - es kam anders..
- Zuerst berichtete ein Streamer mit guten Connections (Stephen Glicker, Roll for Combat) in einem Stream und gleich danach Gizmodo am 4.1.2023 davon - niemand hat es wirklich geglaubt, aber die Reddits und Discords kochten hoch. Man glaubte es nicht, konnte es nicht glauben, wollte es nicht glauben. Denn: Immer mehr wurde klar was das bedeuten würde: VTTs (Foundry, Roll20,..) hätten ein schweres Leben (wenn überhaupt eines) - das konnte nicht whar sein! Das musste ein Hoax sein!
- Immer mehr Quellen bestätigten inzwischen, dass da was Wahres dran war - man wartete drauf, dass WotC kommt und eine (ein wenig bessere) OGL vorstellt so unter dem Motto: Das war ne Zwischenversion, wir haben NATÜRLICH einen besseren Deal (immer noch Scheiße, aber eben besser).
- Stille.
- Und je länger die Stille andauerte - desto klarer wurde: Die wollten das wirklich - und immer mehr Insider bestätigten.
- Die Unsicherheit der Streamer, 3PP und des "Netzes" wandelte sich innerhalb von Tagen und Stunden in Trotz und in Widerstand - immer klarer wurde - wenn sie das wirklich wollen, dann landet es vor Gericht - und auch klar wurde: Hasbro hat wenig Chancen. Die Messer wurden gewetzt. So Leute wie der Ex-Vize von WotC gab/gibt Interviews und meint: "Das geht gar nicht, was die wollen."
- Die Initiativen begannen mit einem offenen Brief: https://www.opendnd.games/#open-letter
- Aber der Widerstand ging/geht weiter - denn je länger Hasbro/WotC schwieg (und sie schweigen immer noch), desto mehr wurde allen klar: Das kann wieder passieren - man hat WotC auf dem falschen Fuß erwischt, damit haben sie nicht gerechnet. Aber wenn selbst wenn das heute nicht durchgeht - die probieren das wieder - so wie damals mit DnD4 (mit dem Unterschied, dass damals niemand gezwungen werden sollte).

Und dann kam (nochmal) Bewegung in die Sache - denn waren davor alle in Schockstarre und der Phase der Verdrängung (die Community UND Hasbro/WotC) - verlor Hasbro/WotC dann endgültig die Initiative:
- Am Dienstag (10.1.2023) verkündete Kobold Press (großer 3PP für DnD5 und andere RPGs): "Wir machen was eigenes - und es wir OFFEN sein!" Für alle. Sie nennen es "Project Black Flag". Sie waren die ersten die sich vorwagten - aber lange nicht die letzten.
- Zur gleichen Zeit verkündete andere wie MCDM (Matt Colville) - mehr oder weniger das selbe. Man wird sehen obs nicht was gemeinsames von einigen geben könnte... Hier muss sich der Staub mal legen.
- Es haben sich auch andere gemeldet (gar nicht sooo große) die sich nun trauen und sagen: "Wir werden weiter unter 1.0a veröffentlichen - probiert uns zu klagen" (und in den USA heißt das was - nicht nur weil sie drauf vertrauen können, dass sie unterstützt würden). Die müssen inzwischen sicher sien, dass sie von HASBRO nichts zu befürchten haben - sonst macht das dort niemand.
- Und gestern (12.1.2023) hat Paizo [endlich] nachgelegt (deren Reaktion natürlich am sehnlichsten erwartet wurde): Sie haben den selben(!) Anwalt der damals die OGL gemacht hat beauftragt eine neue - nun wirklich und echt kugelsichere Lizenz - genannt ORC (Open RPG Creative) zu erstellen. Und viele andere sind dabei. (https://gizmodo.com/paizo-wizards-of-the-coast-dnd-open-rpg-ogl-1-1-1849982443)

Und WotC?
- Es wird immer klarer, dass da jemand (um im Spielerjargon zu bleiben) sein Blatt massiv überschätzt UND überreizt hat - und nun nicht weiß wie er drauf reagieren soll, weil die anderen den "Bluff callen".
- Sie sind immer noch in Schockstarre und hoffen der Shitstorm legt sich und das "Netz" vergisst. Gestern war ein Live-Stream angekündigt der in letzter Sekunde nicht stattfand. Angeblich kommt am Dienstag was. (https://gizmodo.com/dungeons-dragons-ogl-announcement-wizards-of-the-coast-1849981365)
- Man denkt dort aber wohl auch, dass sowieso nur eine Minderheit da dran interessiert ist, deren Meinung nicht zählt. mMn eine massive Fehleinschätzung, denn wer ist in Reddits/Foren/Discords? Die größten Fans - die oft auch SLs sind - und die bestimmen (oft/meist) was gespielt wird! Die SLs geben auch mehr Geld aus - die zahlen für sowas wie Patreons oder DnDbeyond Mitgliedschaften (weil man im bezahlten Abo mehr bekommt). Die SLs sind eine Minderheit - aber eine immens wichtige - ohne sie kein Spiel! Und diese Leute rufen nun zu einem Boykott auf - aller Plattformen und Produkte, von HASBRO und WotC. Dieses Risiko scheint man aber bewusst einzugehen (man denkt wohl: Der neue Film bringt massig neue Spieler, kein Thema). Dummerweise gibt es sowas wie "DnD Celebrities" die sich einem Boykott anschließen und dazu aufrufen sämtliche Accounts bei DnDbeyond zu löschen (und das scheint wirklich zu schmerzen - gestern war "Stornieren" Seite überlaste), die "Influencer" - also die Youtube Kanäle - schäumen über und in den Reddits gibts viele Threads wie "Anderes System, Ich will wechseln, Empfehlungen,... Ich glaube da hat man sich verkalkuliert.

- Die Kacke scheint am dampfen - man wagt sich gerade nicht aus der Deckung, aber mit jedem Tag scheint es momentan schlimmer zu werden. Schwer zu sagen was da kommt: zwischen Einsicht und Fundamentalopposition ist (noch) alles möglich. Aber das "Window of opportunity" in dem man (als WotC) die Big Player zurück an einen Tisch bekommen könnte schließt sich grade schnell. Links und rechts werden da Brücken abgebrannt - eine Kettenreaktion ist im Gang, deren Ende nicht absehbar ist. Pandoras Box wurde geöffnet.

BTW: Critical Role hat sich bis heute (13.1.2022) nicht gemeldet. Alle rechnen damit, dass die a) ein (anderes, besseres) Übereinkommen mit WotC haben oder/und b) sehr vorsichtig sind. Aber sie haben natürlich die Rückendeckung von Amazon (durch die Serie) und gleichzeitig einen eigenen Spiele-Verlag. Mal sehen was die in Zukunft machen - sollten sie auch nur einen Schritt von WotC weggehen (zB andere Systeme auf ihrem Channel pushen, ihre Sachen unter der neuen Lizenz rausbringen, etc.) - dann wird das nochmal Wellen schlagen.

Fazit - was bedeutet das für uns?
Gar nichts und alles. Zwar sind wir durch das europäische Recht ganz sicher (anders) geschützt und :ds: ist unter Creative Commons - aber wenn der "größte" Fisch im Teich beginnt Plattformen wie Roll20/Foundry zu fressen oder zu tötet - dann hat das auch Einfluss hier bei uns. Wenn es WotC gelingen sollte, das "Rollenspiel" (vor allem die Online-Seite) zu monopolsieren, dann kann man auch DS nicht mehr so spielen wie es die Kronenmark-Slayers seit nunmehr Jahren machen - online. Wenn Plattformen wie DriveThru massive Probleme bekommen, weil sie nicht mehr profitabel sein können und "kleine" Patreons (für battlemaps oder sonstwas) schließen müssen, weil sie sich einfach nicht trauen. Dann spürt man das.

Aber auch inhaltlich hat das mit uns zu tun. Aus diversen Gründen steht Fanwerk für :ds: unter CC-BY-NC. Das bedeutet vor allem: NIEMAND darf damit verdienen. Niemand. Zwar könnte man Teile eines Regelwerks unter andere Lizenzen stellen - was bei Abbildungen ja auch passiert - aber bisher hat sich CC bei Rollenspielen (noch) nicht so sehr durchgesetzt, dass es nun eine Option zu sein scheint. Das hat sicherlich auch mit den unterschiedlichen Rechtssystemen zu tun - ganz hab ich noch nicht durchgeblickt.
Sollte da aber nun eine "Offene Lizenz" für Rollenspiele raussehen - die Vermarktung ebenso erlaubt wie das "freie" hergeben von Teilen - und diese flächendeckend akzeptiert werden. Dann hat das auch auf unserer Seite des Atlantiks das Potential umgesetzt zu werden. Vor allem wenn diese Lizenz nichtmehr einer Firma gehört. War es vorher ein "Industriestandard" (der einer Firma "Gehört") soll es nun ein "Open Source Standard" werden - mit einer eigenen (offenen) Plattform. Das hat bei Software funktioniert und kann bei RPGs auch funktionieren.

Verändern wird sich die Rollenspiellandschaft allemal - dafür hat WotC gesorgt. Ob sie das in der Form wollten bezweifle ich. Und man kann natürlich nicht wissen wer so etwas "überlebt" - DnD zB sicher, die sind zu groß. Aber sie haben es ein zweites mal probiert und das vergisst man ihnen nicht so schnell. Diverse Firmen werden gut überlegen ob sie ein "DnD" kompatibles Werk anbieten wollen, können oder sich trauen - das Misstrauen wird massiv sein. Die "anderen" (solange sie mit offenen Karten spielen) haben da Vorteile. Ich traue mir keien Voraussagen, werde aber die Augen offen halten und berichten.

Deutscher Artikel dazu:
https://www.golem.de/news/open-gaming-license-1-1-wizards-of-the-coast-will-die-freie-d-d-lizenz-veraendern-2301-171140.html

Sogar im Englischen Mainstream:
https://www.theguardian.com/games/2023/jan/12/dungeons-and-dragons-wizards-of-the-coast-ogl

Interview mit Ryan Dancey (Ex-Vize-Präsident WotC - "Erfinder" der OGL)
https://www.youtube.com/watch?v=2Vz9ogq7JTg

Interessante reddits momentan:
https://www.reddit.com/r/rpg/
https://www.reddit.com/r/DnD/
https://www.reddit.com/r/DnDnext/
https://www.reddit.com/r/oneDnD/

Germon

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Antw:Hasbro, WotC und warum sich gerade die Zukunft des Hobbys ändert
« Antwort #1 am: 13. Januar 2023, 11:25:35 »

Einerseits kann ich die Aufregung verstehen, andererseits sehe ich dem gelassen entgegen.
Ich glaube Hasbro/WotC unterliegt da einer Falschannahme: Rollenspiel ist nämlich nicht gleichzusetzten mit D&D, Rollenspiel ist so viel mehr!

Grundsätzlich finde ich es nicht verwerflich, wenn eine Firma ihre Marke schützen will. Wenn Hasbro/WotC das so für die nächste D&D Iteration machen wollen ist das völlig OK. Man darf ja auch z.B. nicht einfach Abenteuer für DSA schreiben und die kommerziell vermarkten um mal die Verbindung zum deutschen Platzhirschen zu ziehen.

Was ich aber bedenklich finde ist die Bestrebung die aktuelle OGL außer Kraft zu setzten, das ist eher der Schmerzpunkt an der ganzen Sache.

Was die ganzen juristischen "Wenn aber vielleicht" Sachen angeht kenne ich mich nicht aus, da wird es sicher ein Klärung geben. Was man auch nicht vergessen sollte: Spielregeln als solche sind (Achtung: Gemon´sches gefährliches Halbwissen) gar nicht rechtlich schützbar?!




edit: Was ich aber nicht vverstehe an deinem Text: Wie "frisst" Hasbro Plattformen wie Roll20? Wenn die zukünftig Lizenzgebühren zahlen müssen könnte es natürlich sein, dass ein kostenfreier Service nicht mehr möglich ist, das würde uns natürlich treffen. Es könnte aber auch sein, dass nur User Gebühren zahlen müssen, die D&D dort spielen wollen... man weiß es nicht.

Oder hab ich dich da jetzt falsch verstanden?




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Zauberlehrling

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Antw:Hasbro, WotC und warum sich gerade die Zukunft des Hobbys ändert
« Antwort #2 am: 13. Januar 2023, 11:37:58 »

@Germon: Du hast vollkommen recht - mit allen Punkten.

Rollenspiel ist viel und weitläufig - aber Verlage brauchen Cashcows um sich was zu trauen. Und wenn man nicht mehr profitabel arbeiten kann/darf und von einer anderen Firma in Knebelverträge gezwungen wird - dann ist das schlecht. Das Ausnutzen eines Monopols ist nie gut. Und wie ich geschrieben habe: Ich seh das auch recht gelassen, mit einer morbiden Faszination (wie ein US-Gerichts-Drama). Aber gewisse "Peripherieeffekte" sind momentan nicht auszuschließen - deswegen habe ich das mal zusammengefasst und in Kontext gebracht.

BTW: Die eigene Marke zu schützen ist sogar Pflicht jedes Unternehmens! Und würde man DnD6 rausbringen (mit Blackjack und allem) und das soo cool sein, dass alle nur noch das wollen, dann würde man eh den Effekt haben den man braucht (langfristig). Aber "rückwirkend" alles was bisher war zu ändern um die Leute (kurzfristig) einzuschüchtern und zu zwingen - das ist halt übel.

Juristisch kenn ich mich auch nicht aus - habe aber in den letzten Tagen auch gelernt, dass sich die "Sprache" geändert hat in den 23 Jahren. Alles hängt an einem Wort ("Irrevokable") das heutzutage drinnen wäre damals aber nicht üblich war. Gleichzeitig gibts halt genug Leute die dabei waren und auch sagen was gemeint war (eben Ryan Dancey) - es ist also angerichtet für nen Gerichtssaal-Krimi mit überraschenden Zeugenaussagen und bösen Mega-Konzern-Anwaltsteams ;)

Zu deinem edit:
Das sind teilweise Vermutungen
1) Könnte WotC eine Plattform einfach kaufen. Dann ist sie weg.
2) Es wird angenommen, dass "nur noch" bei WotC D&D gespielt werden kann/darf - auch die alten Versionen (eben weil die Lizenz fehlt) - und dann ist die Frage ob Roll20 dann profitabel ist. Weil DnD-Versionen dort natürlich schon mehr Geld reinspülen (über Spieler und Marketplace)

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Antw:Hasbro, WotC und warum sich gerade die Zukunft des Hobbys ändert
« Antwort #3 am: 13. Januar 2023, 11:42:06 »

Übrigens entschuldige ich mich für die halben Sätze und Tippfehler - teilweise sind meine Gedanken wie ich das da oben halbwegs gut rüberbringe hin und her gesprungen. Ich werde nach und nach den Beitrag "lektorieren". Sorry.

Germon

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Antw:Hasbro, WotC und warum sich gerade die Zukunft des Hobbys ändert
« Antwort #4 am: 13. Januar 2023, 11:54:40 »

Übrigens entschuldige ich mich für die halben Sätze und Tippfehler - teilweise sind meine Gedanken wie ich das da oben halbwegs gut rüberbringe hin und her gesprungen. Ich werde nach und nach den Beitrag "lektorieren". Sorry.
Die Zusammenfassung ist super!




Zu deinem edit:
Das sind teilweise Vermutungen
1) Könnte WotC eine Plattform einfach kaufen. Dann ist sie weg.
2) Es wird angenommen, dass "nur noch" bei WotC D&D gespielt werden kann/darf - auch die alten Versionen (eben weil die Lizenz fehlt) - und dann ist die Frage ob Roll20 dann profitabel ist. Weil DnD-Versionen dort natürlich schon mehr Geld reinspülen (über Spieler und Marketplace)

Klar, aufkaufen geht natürlich (fast) immer, aber ich denke es wird immer (neue/weitere) VTT´s geben.

Was ist denn an dem in einem VTT genutzen Material überhaupt lizenzpflichtig? (Außer Regelwerken und Abenteuermodulen, die gekauft werden müssen).
Wenn man sich für sein online D&D eigene Charakterbögen bastelt oder welche von anderen Usern hernimmt kann das doch gar nicht sanktioniert werden... oder, oder?  ???
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Antw:Hasbro, WotC und warum sich gerade die Zukunft des Hobbys ändert
« Antwort #5 am: 13. Januar 2023, 12:27:55 »

Danke auch von mir für die umfassende Zusammenfassung. Das ist ein Thema, dass ich schon die vergangenen Tage mit großem Interesse (aber leider wenig Durchblick) verfolge.
Die Quintessenz ist für mich, das WotC in grober Selbstüberschätzung versucht, kleinere RPG-Anbieter zu killen und damit dem Hobby im Allgmeinen schadet. Und dabei gerade auf den kürzlichen RPG-Boom und damit auf die Unterstützung der Neueinsteiger baut, die die Vielfalt der Pen&Paper-Landschaft noch nicht so kennen.
Mit dem Fazit, dass WotC in seine Schranken verwiesen werden muss, eben halt dadurch, dass ich DnD jegliche Unterstützung entziehe, die ich geben kann. Was allerdings eh nicht viel ist. DnD5 ist gut, hat mir aber eh nie so gut gefallen, weil es mich mit seiner niedrigen Regelkomplexität dann doch zu sehr an  :ds: erinnert hat. Also wozu DnD5, wenn ich bereits mit  :ds: ein simples System an der Hand habe? Es waren nur alle anderen, die DnD5 wollten. Entsprechend habe ich halt auch keinen DnDBeyond-Account, den ich aufkündigen könnte.
Mein GoTo für ein Rollenspiel mit hoher Komplexität ist allerdings Pathfinder 1E, und das habe ich durch diese neue "OGL" halt sehr in Gefahr gesehen.

Joah, was kann man tun? Außer den #OpenDnD-Brief zu unterschreiben und Neulingen möglichst schnell Alternativen zu DnD aufzuzeigen, fällt mir da nicht viel ein.
Dungeonslayers selbst könnte sich der englisch-sprachigen Community leichter zugänglich machen - das wäre ein Scherflein, dass diese Community hier beitragen könnte. Wäre aber eine Heidenarbeit, weil eine ganze Menge Fan-Content dann idealerweise übersetzt werden müsste - und wirklich notwendig wär's wahrscheinlich auch nicht. Es gibt bereits eine Menge einsteigerfreundliche Alternativen im internationalen Raum.

Klar, aufkaufen geht natürlich (fast) immer, aber ich denke es wird immer (neue/weitere) VTT´s geben.
Selbst wenn nicht, wird es sicherlich Online-Angebote geben, die man in dieser Weise "zweckentfremden" kann.
Online-Konferenzplattformen mit virtuellem Whiteboard zum Beispiel. Kenn zwar keine, aber sowas gibt's bestimmt.
Wird aber wahrscheinlich meistens was kosten...
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Antw:Hasbro, WotC und warum sich gerade die Zukunft des Hobbys ändert
« Antwort #6 am: 13. Januar 2023, 13:12:33 »

Schöne Zusammenfassung von dem Mist, der da gerade abläuft.
Ich fand die OGL - aus geschäftlicher Sicht - schon vor 20 Jahren fragwürdig für Wizards, Markenwachstum hin oder her. Und nun gab es den Coronahype-VTT plus CR-Hype und man ist richtig gierig geworden - ging nur leider nach hinten los. Kam sich wohl jemand zu cool vor.

Glücklicherweise wird das die freien Creator nicht abhalten, weiterzumachen - springt man halt mit seinem Produkt auf einen anderen Zug. Wird dadurch alles mehr gefächert - kann nur gut sein, wenn nicht gefühlt jedes gute Teile für das "tolle" 5e (bzw. OneD&D) mehr rauskommt und vllt wachen auch ein paar OSR-Knallshargen so auch mal aus ihrem ihrem jahrzehtealten Trott auf und verlagern coole Ideen hin und wieder auch mal auf andere Engines.

Verfolge gespannt, wie es weitergeht - wenigstens hat man den "hippen, coolen" Leuten bei WotC mal gezeigt, dass ihre Marke nicht alles ist.
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Saluu

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Antw:Hasbro, WotC und warum sich gerade die Zukunft des Hobbys ändert
« Antwort #7 am: 13. Januar 2023, 15:52:34 »

Bezüglich VTTs würde ich mir wenig Gedanken machen.

Roll20 und Fantasy Grounds haben ja bereits Verträge mit WotC. Die vertreiben ja eh auch Sachen, die von der OGL gar nicht abgedeckt sind (PHB etc.). Und WotC hat ja auch Interesse daran, an deren Userbasis mit zu verdienen.

Und bezüglich Foundry VTT kann ich aus sicheren Quellen sagen, dass man sich auch da nur wenig Sorgen macht. Klar, theoretisch könnte es die Implementierung von D&D 5e da betreffen, aber die rechtliche Frage wird sich ja erst noch klären müssen.

Und selbst wenn sich herausstellen sollte, dass WotC die OGL 1.0a tatsächlich als ungültig erklären kann (und das wird wohl erstmal Jahre lang vor Gericht ausgefochten werden müssen, wenn sie es wirklich probieren wollen), gibt es Vorbereitungen um auch mit der Situation umzugehen.

Außerdem glänzt Foundry ja gerade auch dadurch, dass so viele verschiedene Systeme unterstützt werden, und etliche sind sogar viel besser umgesetzt, als 5E (z. B. pf2e, das ist so das Vorzeigesystem).

Was klar ist: 6E/onednd wird vermutlich nicht auf anderen VTTs laufen. Vielleicht kriegt roll20 nen Deal, aber bei anderen VTTs kann ich mir das nicht vorstellen. Meine Prognose ist also, dass sich die dnd community etwas aufteilen wird: Es wird natürlich Leute geben, die den Mist von WotC mit machen und auf D&D beyond spielen (offline wird mit onednd immer weniger werden). Ein anderer Teil wird einfach weiterhin 5E spielen, entweder auf einer der bestehenden VTT Plattformen, oder halt weiterhin offline. Und ein dritter Teil wird sich anderen Systemen zuwenden (sieht man jetzt ja teilweise schon).

Insgesamt kann das für andere System also sogar eher gut sein, weil sie mehr Zulauf bekommen werden.

Die, die am meisten darunter leiden werden, sind wohl die kleinen Creators, die bisher Content für 5E gemacht haben, und sich jetzt entscheiden müssen, ob sie den Mist von WotC mitmachen, oder auf ein anderes System umsteigen, oder sogar system unabhängige Inhalte machen. Das ist einfach finanziell (und ethisch) eine sehr schwierige Frage.
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Saluu

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Antw:Hasbro, WotC und warum sich gerade die Zukunft des Hobbys ändert
« Antwort #8 am: 13. Januar 2023, 16:06:32 »

Was ist denn an dem in einem VTT genutzen Material überhaupt lizenzpflichtig? (Außer Regelwerken und Abenteuermodulen, die gekauft werden müssen).
Wenn man sich für sein online D&D eigene Charakterbögen bastelt oder welche von anderen Usern hernimmt kann das doch gar nicht sanktioniert werden... oder, oder?  ???
Alles was an „Inhalt“ im SRD steht. Auf die Regeln selbst (Spielregeln im allgemeinen) gibt es nach US Recht ja nichtmal Urheberrecht (wobei das auch nur die gängige Interpretation ist und nie ausgefochten wurde). Vor allem beträfe es also Gegenstände, Monster, Talente, Zauber, etc., die im SRD beschrieben sind. Diese Daten müsste sich also jeder selbst in dem VTT seiner Wahl anlegen, was halt ne Menge Aufwand ist, und dann würden sicherlich viele Leute aus Bequemlichkeit eher das VTT von WotC nutzen.

Und blöderweise beträfe es dann natürlich auch alle 3rd party Sachen (Abenteuer etc.), die das in irgend einer Weise nutzen. wenn nur sehr wenig genutzt wird, kommt man mit „fair use“ vielleicht noch drum rum, aber viele 3rd party creators haben sich halt auf die OGL 1.0a verlassen und deswegen oft und gerne Sachen aus dem SRD verwendet.
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Dzaarion

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Antw:Hasbro, WotC und warum sich gerade die Zukunft des Hobbys ändert
« Antwort #9 am: 13. Januar 2023, 17:19:40 »

Magic-Fans im Moment zu D&D-Fans:


Auf jeden Fall ne sehr gute und nüchterne Zusammenfassung der Ereignisse, die ich einfach so zusammenfassen würde:

Ich bin da irgendwie ein bisschen zwischen den Stühlen. Ja sicher das ganze trifft uns in Europa nicht so hart, wobei man nie die amerikanische Ignoranz unterschätzen sollte betreffend dass Europa eben nicht Amerika ist und es mich nicht wundern würde, wenn sie hier versuchen es genauso durchzudrücken, die haben sich ja auch sicher nicht aus Langeweile deren Lizenz von Ulisses zurückgekrallt. Aber man darf halt auch nicht unterschätzen, dass D&D (auch durch Critical Role deren Schweigen ich auch eher mäh finde auch wenn ich deren Kampagne bis auf ihre Amazon-Umsetzung nicht gesehen habe) gerade in den letzten Corona-Jahren einem breiten Publik sichtbar und zugänglich gemacht wurde und für sehr viele Menschen Rollenspiel synonym mit P&P ist und viele dieser Casualspieler die ganze Shitshow sicher nicht so mitbekommen (auch wenn ZL richtig beobachtet das SLs für gewöhnlicher tiefer drin stecken und dann wahrscheinlich auch irgendwie drüber stolpern werden). Sollte diese Masse (wissend oder unwissend) dem OneD&D hinterherdackeln hat das glaube ich massive Auswirkungen auf den Markt, auch weil das amerikanische Recht vorsieht, dass du Leute die dein Trademark verletzen verklagen musst wenn du es behalten willst und ich mir bei dem rabiaten und völlig verblendeten Vorgehen definitiv vorstellen kann, dass sie so ziemlich alles als Verletzung ihres Trademakrs sehen werden und dass das ganze zwangsläufig auch hier herüber schwappen wird. Alleine schon weil vielen kreativen Stimmen der Hahn zugedreht bzw es zumindest versucht wird (wenn sie nicht exklusiv, unbezahlt und ungenannt für WotC arbeiten ... alleine diese Passage alleine ist schon dermaßen absurd).


Nen Detail übrigens noch, das die ganze noch etwas abgefuckter macht: nachdem D&D Beyond "überlastet" war kam es nen bisschen später ja wieder online allerdings hat sich die Möglichkeit sein Abo zu kündigen plötzlich ein bisschen "versteckter".
Bin nicht auf D&D Beyond und finde gerade das Video dazu nicht mehr, also mit einer gehörigen Prise Salz genießen, aber im Video war es recht gut belegt und ist ja auch so einfach nachzuprüfen, dass darüber zu lügen sich mMn nicht lohnen würde.

Und dann gabs bei DnD Shorts noch das hier:
https://www.youtube.com/channel/UCLaeQP-tKYpznzrQxC-8U2Q/community?lb=UgkxdDvfHeXv61YMl3JoRyoA9tZqrW1TUGfH
Aber auch da, das kann irgendwer behauptet haben auch wenn er ja sagt er könne belegen dass er für WotC arbeitet aber gesehen habe ich den Beweis nicht ... also wieder Vorsicht, vor allem da es einfach zu gut zu dem Bild passt, das WotC gerade zeigt ... andererseits dass CEOs großer Unterhaltungsfirmen nicht so ganz zu wissen scheinen was sie da machen und Moral oder Kreativität dem Profit seeeeeehr weit untergeordnet werden hat man in den letzten Jahren ja auch oft genug gesehen.


Dass das irgendwas mit "hippen, coolen" Leuten zu tun hat glaube ich eher weniger. Das ist einfach eine CEO, die vorher bei Microsoft war und außer Zahlen nichts kennt, (war zwar noch unter ihrem Vorgänger aber:) den kreativen Verfall und den Willen zur völligen Ausschlachtung ihrer Marke für kurzzeitigen Profit hat man wie gesagt schon die letzten Jahre bei Magic gesehen.
Die Formulierung "undermonetized brand" fasst es eigentlich vollständig zusammen und ich finde ist immer noch eine absolut wiederliche im kreativen Raum. Ja ich weiß Dinge zu produzieren kostet Geld und gute Leute, die ihr Herzblut in Sachen stecken sollen auch gut bezahlt werden ... aber das meint diese Formulierung nicht, sondern diese Formulierung spuckt diesen Menschen ins Gesicht, sowohl jenen die 3rd Party sind, als auch den Angestellten bei WotC selbst.


Man kann nur hoffen, dass sie noch nicht merken wie hart sie es übertrieben haben und wirklich riiiiichtig schlimm auf die Fresse fallen. Damit es vielleicht doch mal endlich ein Warnschuss an andere Branchen ist und ein Zeichen, dass auch (quasi) Monopole (hoffentlich) fallen können wenn man es übertreibt.


Joah, was kann man tun? Außer den #OpenDnD-Brief zu unterschreiben und Neulingen möglichst schnell Alternativen zu DnD aufzuzeigen, fällt mir da nicht viel ein.
Dungeonslayers selbst könnte sich der englisch-sprachigen Community leichter zugänglich machen - das wäre ein Scherflein, dass diese Community hier beitragen könnte. Wäre aber eine Heidenarbeit, weil eine ganze Menge Fan-Content dann idealerweise übersetzt werden müsste - und wirklich notwendig wär's wahrscheinlich auch nicht. Es gibt bereits eine Menge einsteigerfreundliche Alternativen im internationalen Raum.
Tatsächlich gibt es ja relativ viel Zeug schon auf englisch und es (gibt/)gab auch mal nen englisches DS-Forum, dass aber seit Ewigkeiten nicht mehr gepflegt wurde.
Aber ich glaube leider auch nicht, dass DS sich da groß positionieren kann (auch wenn es wirklich schön und verdient wäre, aber da fehlt einfach der Buzz) erst recht nicht nach der Ankündigung von Koboldpress und Paizo, die sich jetzt glaube so ziemlich alle Leute abgreifen werden (wenn WotC nicht doch noch hart zurückrudert und es schafft die Wogen zu glätten und schnell Gras über die Sache wachsen zu lassen), aber der Stein ist auf jeden Fall ins Rollen gebracht worden.
Auf den deutschen Markt wird es wie gesagt nicht so krasse Auswirkungen haben ... wobei litterally alle Personen (in ihren 20ern), die ich in den letzten 2-3 Jahren kennen gelernt habe gesagt haben sie wollen mal D&D ausprobieren nicht Rollenspiel und auch von der Tatsache dass es eben verschiedene Möglichkeiten bzw. Regelsysteme gibt überrascht waren. Wie gesagt man sollte die Synonymität von D&D mit Rollenspiel, auch hier, nicht unterschätzen. Ich glaube jetzt (bzw. wenn die Auswirkungen des ganzen hier spürbarer werden ... falls WotC nicht zurückrudert, wonach es nach dem ganzen Schweigen mMn aber schon ein wenig aussieht) wäre ein guter Zeitpunkt für DS mit seinen Stärken (gerade auch im Bezug auf CC und kostenlos) ein bisschen mehr ins Rampenlicht zu treten. Allerdings würde das wohl Werbung u.ä. benötigen und darüber habe ich mich ja auch schon ein paar mal ausgelassen und das sehe ich um ehrlich zu sein im Moment eher nicht. Aber vielleicht hast du ja Glück CK und DARC wird genau in diese Bresche schlüpfen, verdient hättest du es.

sico72

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Antw:Hasbro, WotC und warum sich gerade die Zukunft des Hobbys ändert
« Antwort #10 am: 13. Januar 2023, 17:44:15 »

Vielen Dank für die Zusammenfassung. Mir ging es die letzten Tage wie Obi Wan. Ich spürte ein Beben der Macht, verstand den Hintergrund aber nicht. Ich bin gespannt wie das weiter geht. Bei Star Wars hatte die Rebellion jedenfalls die Nase vorn.

Saluu

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« Antwort #11 am: 13. Januar 2023, 17:50:22 »

Sie rudern zurück: https://www.dndbeyond.com/posts/1423-an-update-on-the-open-game-license-ogl

Klingt für mich nur nach Schadensbegrenzung und an vielen Stellen ist es echt lächerlich und absolut unglaubwürdig 😄. Aber man wird abwarten müssen, was sie dann tatsächlich in die neue Lizenz schreiben. Und das wird ne Weile dauern, klingt so, als würden sie wieder von vorne Anfangen.

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Sintholos

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Antw:Hasbro, WotC und warum sich gerade die Zukunft des Hobbys ändert
« Antwort #12 am: 13. Januar 2023, 18:22:26 »

Ich möchte hinzufügen: Es ist garnicht so ungewöhnlich, dass Firmen Drittanbietern erlauben, eigene Sachen zu kreieren, dann aber auch den Besitz für sich beanspruchen. Beispiel war in den letzten Jahren auch Blizzard Entertainment bzw. heute Activision/Blizzard, die hinter Franchises wie Warcraft, Starcraft, Diablo und Overwatch stehen. Was passiert war? Für Warcraft 3 durfte die Community mit einem eigens herausgebrachten Editor eigene Karten und Kampagnen erstellen. Dabei entstand auch etwas namens Defense of the Ancients... kurz DOTA, das erste MOBA (Massive Online Battle Arena). Ursprüngliche Entwickler von DOTA gründeten Riot Games, nun bekannt für unter anderem League of Legends oder schlossen sich Valve an (Half Life / Counter Strike) und kreierten DOTA 2. Der Versuch mit Heroes of the Storm eine sinnvolle Konkurrenz zu etablieren, ging nach hinten los. Mit Warcraft 3 Refunded (sorry... Reforged) wollten sie das umgehen und alle mit Editor erstellten Maps als Eigentum von Blizzard deklarieren. Neben Bugs und der miserablen Umsetzung war dies einer der Gründe, warum das Spiel bei den Fans durchfiel.

BTT: Ich denke da geht es prinzipiell auch um Kundenbindung und Übernahme von Marktanteilen. Immerhin ist es besser "all the money" zu machen als nur "some money". D&D ist halt nun mal das bekannteste System, was es auf dem Markt gibt. Ein Neuling wird also erstmal danach greifen. Wenn er das jetzt aber online mit seinen Freunden spielen will, wird er feststellen, dass es nur über DnD Beyond geht. Vielleicht teuer, aber was tut man nicht alles für Spaß mit den Freunden, vielleicht legt man auch zusammen. Nur 2 Dollaridoos pro Monat, wenn jeder in die Kasse einzahlt. Ein Kinogang ist teurer und unterhält kürzer. Günstigerweise hat man dort auch alles was man braucht: Man kann seine Figuren und die Maps in 3D erstellen, (was echt schick aussieht), man kann seine Notizen hinterlegen, hat alle Regelwerke gekauft oder freigeschaltet und bekommt sogar endlich mal Updates seiner PDF, wenn mal was korrigiert wird. Monate vergehen und man zahlt, bis ein Kumpel ankommt und ein anderes System mitbringt.
Klar, mal was anderes ausprobieren. Aber man ist ja schon in die Honigfalle getappt. Man kann das andere System nicht in DnD Beyond spielen. Die Einstiegshürde in einen anderen VTT ist vielleicht nicht groß, aber vorhanden und die Motivation was anderes zu lernen vielleicht nicht so groß... Will man jetzt wirklich das System wechseln? Die Sunk Cost Falacy schlägt zu und viele bleiben vielleicht dann doch einfach bei D&D und andere Systeme und Anbieter alternativer Software zum Händeln von Karten (wie Incarnate, Dungeon Painter Studio oder Dungeonfog), Kampagnennotizen (World Anvil) oder VTT (Roll20, Foundry, Astral) bleiben auf der Strecke, könnte ich mir zumindest vorstellen. Ist denke ich eine Frage des langen Atems und wie stark D&D in Zukunft noch von Influencern und Streamern promoted wird. Die haben mittlerweile eine ganze Menge Einfluss auf das Wohl und Gedeih von Projekten und Produkten. Ich denke, dass es vor allem daran hängen wird, ob der schlimmste Fall eine P&P-Monokultur einsetzt, oder ob am Ende einfach nix passiert. Vollkommen unabhängig davon, wie die neue WotC OGL nun aussieht oder nicht. Einmal verlorenes Vertrauen ist nur schwer wieder aufgebaut.

CK

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« Antwort #13 am: 13. Januar 2023, 18:44:12 »

@Dzaarion:
Das mit den "hippen, coolen" Leuten war auch gar nicht auf die neuen Ex-Microsofter CEOs bezogen, sondern auf all die Creators bei WOTC, die in den letzten Jahren sich immer mehr als die D&D-Gesichter auf Bühnen und vor Kameras drängten, aber dann doch nicht so cool sind, den Schneid zu haben, ihren Chefs ausreden zu können, was unverkennbar ne ganz dumme Idee ist, weil sie so sehr um ihren Job fürchten, dass sie stattdessen lieber gehorsam mitspielen und dabei genau die Marke schädigen, die sie nach außen hin vertreten.
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Antw:Hasbro, WotC und warum sich gerade die Zukunft des Hobbys ändert
« Antwort #14 am: 13. Januar 2023, 19:40:00 »

So viele coole Antworten, beim ersten Schreiben wusste ich nicht wie relevant ihr das alle findet. Schön,dass ihr die Zusammenfassung gut findet ( und sie sogar Dzaarion angelockt hat :) )

@Saluu - danke für die Infos zu VTTs, da kenn ich mich nicht soo aus.

@CK und Dzaarion. Ja klar. Creative Commons wäre besser. Aber ich habe das Gefühl, dass es gerade jetzt was sein muss, das eindeutig ein Gegenentwurf ist. Schon als Retourkutsche.

@Grimm - für dich hab ich ein wenig recherchiert. Ist Pathfinder sicher?

Zuerst - Pathfinder 2 und Starfinder sind sicher. So sicher, dass paizo verkündet hat sie Mal OHNE OGL rauszubringen und dann später ORC nachzureichen. Das bedeutet, da sind sie sicher, dass nichts aus DND übrig ist.

Nun zu Pathfinder. Auch das scheint sicher. Warum? Aus verschiedenen Gründen:
1) Es gibt auch und ein USA das Recht, dass ein Werk wenn es unter Lizenz rauskam und das 'durchging' und nicht bekämpft oder ähnliches würde, dies auch so lizensiert bleibt. Eben um nicht nach 10 Jahren, wenn die Lizenz ausläuft rückwirkend Schadenersatz zu verlangen. Übrigens wäre die OGL eigentlich nach 35 Jahren ausgelaufen. Aber darauf wollte man nicht warten - und dieses letzte Schlupfloch wird man nun auch schließen.

2) Selbst kleine wie Frog Games (?) meinen schon mit breiter Brust auch in Zukunft OGL 1,0a supplements für 5e rauszubringen. Offenbar vertrauen die drauf, dass 1.0a gar nicht de-autorisiert werden kann. Und selbst eine Klage nicht lange dauern kann (warum - weil's offenbar gar keine komplizierte Frage ist, das sagt auch Ryan Dancey).

Was uns zum 3. Punkt bringt. Motivation und Geld.
Paizo hat einige vor allem personelle Assets. Sie haben extrem viele WotC Veteranen. Sie haben den Anwalt der sagen kann wie die Lizenz gemeint war und verstanden wurde (ein wichtiger Punkt, denn auch sowas ist bei einem Vertrag wichtig) und zuletzt diese Dame https://en.m.wikipedia.org/wiki/Lisa_Stevens

Lisa Stevens ist die Besitzerin von Paizo. Und sehr reich, wirklich reich. Sie war die erste Angestellte von WIZARDS OF THE THE COAST und hatte einige Anteile. Und als Hasbro übernommen hat wurde sie ausgezahlt. Diese Dame hat die Kriegskasse ihr Anwaltsteam sogar gegen Hasbro ne Weile durchzufüttern. Und das ist in den USA immens wichtig. Von ihren Connections mal ganz abgesehen.

Pathfinder ist also sicher. Und ich sag mal die OGL 1.0a auch (aber es kann natürlich trotzdem zu ein Prozess kommen).